Venezolanische Künstler und Journalisten im Kanzleramt

Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer hat im Bundeskanzleramt venezolanische Künstlerinnen und Künstler sowie Journalistinnen und Journalisten empfangen, die ihr Heimatland verlassen und Deutschland als Exil gewählt haben.

Kultur – Bei dem Austausch ging es um die Lage von Kultur- und Medienschaffenden in Venezuela und die Perspektive der Exilanten auf die aktuellen Ereignisse im Land. Der Empfang setzt ein deutliches Zeichen gegen autoritäre Herrschaft und für eine demokratische Zukunft Venezuelas.

Staatsminister Weimer erklärte: „Venezuela braucht jetzt Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Die Menschen in Venezuela haben das Recht auf eine freie, selbstbestimmte und demokratische Zukunft ihres Landes. Wir unterstützen den Kampf der Opposition und der vielen mutigen Kultur- und Medienschaffenden für Demokratie und Menschenrechte.“ Weimer weiter: „Wir fordern die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen, insbesondere der verfolgten Künstler, Schriftsteller und Journalisten.“

Das Maduro-Regime habe das Land ruiniert, Kunst, Kultur und Medien brutal unterdrückt, Millionen Menschen ins Exil getrieben. Viele Geflüchtete engagierten sich nun für die Befreiung ihrer Heimat. „Die Exil-Bewegung für Demokratie verdient Unterstützung. Viele haben noch immer und auch im Exil Angst, ihre Meinungen frei zu äußern, weil sie Repressalien für ihre Familien in Venezuela fürchten“, mahnte Weimer.

Venezuela ist seit Jahren geprägt von systematischer Repression, manipulierten politischen Verfahren und massiven Einschränkungen der Presse- und Kunstfreiheit. Unter dem Regime von Nicolás Maduro wurden oppositionelle Stimmen unterdrückt, unabhängige Medien eingeschüchtert und kritische Kulturschaffende inhaftiert oder zur Flucht gezwungen. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen nahm Venezuela im vergangenen Jahr Rang 160 von 180 Ländern ein.

„Die sofortige Gewährung von Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit sollte ein erster Schritt auf dem Weg zur Demokratie werden,“ forderte Weimer: „Autoritäre Systeme fürchten Journalismus und Kunst. Die Machthaber fürchten, dass Journalisten Machtmissbrauch sichtbar machen und die gewaltsame Unterdrückung dokumentieren. Kunst widerspricht Propaganda und öffnet Freiheits- wie Möglichkeitsräume. Beides ist für eine Demokratie unverzichtbar.

Für die Zukunft braucht Venezuela freie, faire und überprüfbare Wahlen, eine handlungsfähige demokratische Opposition und vor allem den Schutz unabhängiger Medien und kultureller Räume. Ohne Presse- und Kunstfreiheit gibt es keine Demokratie. Genau hier muss angesetzt werden – politisch, diplomatisch und durch konkrete Unterstützung für jene, die diese Werte vertreten.“

Mit dem Empfang würdigt die Bundesregierung die Rolle von Exil-Künstlerinnen und Exil-Journalisten als Träger demokratischer Öffentlichkeit. Ihre Arbeit hält den Anspruch auf Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit und politische Teilhabe auch außerhalb Venezuelas aufrecht und bereichert auch unseren gesellschaftlichen Diskurs.

Die Bundesregierung bekräftigt mit der Begegnung ihr Eintreten für Meinungs- und Kunstfreiheit sowie für eine demokratische Perspektive Venezuelas. (opm)