Mit großer Geste zurück auf die Bühne: Queen-Klassiker in Krefeld gefeiert

Es war ein Abend, der weniger durch Überraschung als durch Präzision überzeugte – und gerade darin seine Wirkung entfaltete.
Von KM-Redakteurin Sabrina Köhler

Musik – Die Q Revival Band stellte im Krefelder Seidenweberhaus ihre Show „God Save The Queen“ vor und setzte dabei auf eine Mischung aus Detailtreue, musikalischer Disziplin und bewusst inszenierter Bühnenästhetik. Was sich daraus entwickelte, war ein Konzert, das sich Schritt für Schritt steigerte und das Publikum in eine vertraute, zugleich aber eindrucksvoll präsentierte Klangwelt führte.

Foto: Kultur-macht/Maris Rietrums

Im Mittelpunkt stand ein Repertoire, das über Jahrzehnte hinweg zum festen Kanon der Rockmusik geworden ist. Titel wie „Bohemian Rhapsody“, „We Will Rock You“, „It’s a Kind of Magic“ oder „Another One Bites the Dust“ wurden nicht einfach gespielt, sondern in einer Form präsentiert, die den Anspruch hatte, dem Original so nahe wie möglich zu kommen. Die Struktur des Abends folgte dabei einer klaren Dramaturgie: von energiegeladenen Einstiegsmomenten über komplex arrangierte Passagen bis hin zu den großen, kollektiv getragenen Höhepunkten, die das Publikum immer wieder mitrissen.

Auffällig war insbesondere die Rolle von Josch Hinder, der seit 2025 als Sänger Teil der Band ist. Seine Interpretation der Songs zeichnete sich durch eine Kombination aus stimmlicher Präzision und spürbarer Bühnenpräsenz aus. Dabei gelang es ihm, sowohl die kraftvollen als auch die feineren Momente der Musik auszuleuchten, ohne sich in bloßer Nachahmung zu verlieren. Vielmehr entstand der Eindruck einer eigenständigen Darbietung, die dennoch klar in der Tradition von Queen stand.

Auch die übrigen Musiker trugen entscheidend zum Gesamtbild bei. Besonders Gitarrist Stefan Pfeiffer fiel durch eine Spielweise auf, die sowohl klanglich als auch visuell stark an die Vorbilder der Originalband erinnerte. Das Zusammenspiel innerhalb der Formation wirkte eingespielt und stabil – ein Eindruck, der nicht zuletzt auf die lange gemeinsame Geschichte der Musiker zurückzuführen ist. Bereits 1993 gegründet, gehört die Q Revival Band zu den frühesten professionellen Tribute-Projekten dieser Art in Deutschland.

Foto: Kultur-macht/Maris Rietrums

Diese lange Entwicklung zeigte sich auch in der technischen Umsetzung der Show. Bühnenbild, Instrumente und Verstärker waren bewusst an die Ästhetik der 1970er- und 1980er-Jahre angelehnt. Unterstützt wurde dies durch ein ausgefeiltes Lichtkonzept, das einzelne Songs atmosphärisch verstärkte und dem Abend zusätzliche visuelle Tiefe verlieh. Die Inszenierung blieb dabei stets im Dienst der Musik und verzichtete auf übermäßige Effekte zugunsten einer klaren, fokussierten Wirkung.

Ein zentraler Bestandteil der Veranstaltung war die Interaktion mit dem Publikum. Immer wieder suchten die Musiker den direkten Kontakt zum Saal, forderten zum Mitklatschen auf oder ließen Raum für kollektiven Gesang. Dadurch entstand eine Dynamik, die den Abend aus der reinen Zuschauerperspektive herauslöste und in ein gemeinsames Erlebnis überführte. Gerade diese Momente trugen wesentlich dazu bei, dass die Atmosphäre im Seidenweberhaus weit über die eines klassischen Konzerts hinausging.

Dass die Musik von Queen auch heute noch eine so breite Resonanz findet, zeigte sich nicht zuletzt in der Zusammensetzung des Publikums. Neben langjährigen Anhängern der Band waren auch jüngere Besucher vertreten, die die Songs durch moderne Medien kennengelernt hatten. Die anhaltende Popularität wird durch zahlreiche Einflüsse getragen – darunter erfolgreiche Bühnenproduktionen wie das Musical „We Will Rock You“ sowie der vielfach ausgezeichnete Film „Bohemian Rhapsody“, die beide das Interesse an der Musik neu entfacht haben.

So entstand im Laufe des Abends ein Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Original und Interpretation. Die Q Revival Band nutzte dieses Spannungsfeld nicht nur, sondern machte es zum zentralen Bestandteil ihrer Darbietung. Am Ende blieb der Eindruck eines Konzerts, das weniger auf Effekte als auf Substanz setzte – und genau dadurch überzeugte. Die Musik stand im Mittelpunkt, getragen von einer Band, die sich einer klaren Aufgabe verschrieben hat: den Klang, die Energie und den Geist einer der bedeutendsten Rockformationen der Musikgeschichte lebendig zu halten. (sk)

Foto: Kultur-macht/Maris Rietrums